Im Januar 2014 ergab es sich das ich einen Raum von ca. 160 m2 zur freien Verfügung hatte, relativ schnell kam die Idee das Hobby wieder aufleben zu lassen.

Als erstes ging es daran den Raum bestmöglich zu nutzen und dabei ein Layout zu finden das es ermöglicht trotzdem an alle Stellen der Bahn gut herantreten zu können. Auch die Spurlängen sollte gleich lang sein.

Die Planung erfolgte dann mit der Software der Firma Slotfire, nach der Preisermittlung wurde das Kaufen einer fertigen Bahn recht schnell verworfen. 

Ich habe dann mit AutoCAD die Bahnteile gezeichnet, Baupläne und Zeichnungen erstellt. 

Das Ergebnis der Planungen ist  eine 4-spurige Bahn mit 60m Streckenlänge die auf einer Fläche von 14,5 x 5,0m Platz findet.

 

Nun gíng es daran zu Überlegen wie man das Projekt realisieren kann und welche Materialien dabei zum Einsatz kommen sollten, natürlich auch immer mit dem Blick auf die Kosten des gesamten Projektes.

Für die Bahn selber fiel die Wahl auf MDF Platten in einer Stärke von 19mm, welche auf einer Unterkonstruktion aus 80 Holzböcken Platz finden sollten.

 

12 MDF Platten im Format 207x265cm mit einem Gesamtgewicht von über 900 kg wurden angeliefert und mussten mit 80 Böcken ihren Weg in den 1.Stock finden.

Als erstes Werkzeug habe ich mir dann eine kleine Fräse von Makita nebst passenden Fräsern aus Vollhartmetall beschafft. Die Grundplatte wurde gegen eine selber gefräste aus 5mm Aluminium getauscht. Zu der Fräse habe ich dann aus 5mm Aluminium Zirkelschienen für die verschiedenen Kurvenradien gebaut. Zusätzlich noch eine Schiene mit 4 Bohrungen für die Slots und 2 weiteren für die Aussenkonturen. 

 

Der Slot wurde in 2 Gängen mit einem 4mm VHM Fräser bis auf 10mm Tiefe gefräst und die Aussenkonturen mit einem 8mm VHM Fräser.

 

Für insgesamt 240m Slot zuzüglich 70m Schlitz für die Banden habe ich llediglich 2 Fräser gebraucht.

 

 

Zum Bearbeuten kamen die Platten auf einen Rahmen von mehreren Brettern und wurden darauf verschraubt.

 

Der Kreismittelpunkt wurde festgelegt und dort ein Gewindestifft eingeschraubt.

 

Nach dem Anzeichen der Außenkannten habe ich dann die 4 Slots in je 2 Arbeitsgängen bis auf 10mm Tiefe gefräst.

 

Die Aussenkonturen folgten dann nach einem Wechsel des Fräsers.

 

 Nach dem Fräsen wurden die Segmente nur noch mit der Kreissäge an den Stössen abgeschnitten.

 
Nach der ersten Probefräsung musste ich feststellen das der feine MDF Staub nach nur ein paar Minuten den Staubsaugerbeutel dichtgesetzt hatte. 
 
Für die Effektive Staubabsaugung habe ich mir einen Zyklon aus Zinkblech gebaut und diesen mit einem normalem Staubsauger ohne Beutel betrieben, da dieser so effektiv war und keinen Staub vorbei gelassen hat.

Am Ende hat ich übrigens drei von den Behältern voll mit MDF Staub.
 

Die 13 Kurvensegmente waren dann recht schnell innerhalb einer Woche gefräst. Am Wochenende habe ich dann noch schnell die 14  geraden Streckenteile zugeschnitten.

Nachdem alles aufgeräumt war wurden die Böcke aufgestellt und die Kurvensegmente sowie die Geraden erst einmal lose auf die Unterkonstruktion gestellt.

 

Das war dann auch der Moment in dem mir so richtig bewusst wurde wie die wirklichen Ausmaße der Bahn eigentlich sind.

An den Plattenstössen wurden jeweils 5 Lamellos eingefräst und eingeleimt. Zusätzlich wurde die Bahnteile noch mit Holzplatten von unten Verschraubt, so das eine nicht wieder lösbare, dafür aber auch stabile Verbindung entstand.

 

Um die Rampen zu der Unterführung zu realisieren habe ich die MDF Platten auf der Unterseite in kurzen Abständen mit der Kreissäge ca 12mm tief eingesägt, wodurch diese danach sehr flexibel und konnten in Form gebracht werden. 

 

Nach dem Ausrichten sind die Schnitte auf der Unterseite der Platten mit PU Motagekleber wieder geschlossen worden. Nach dem Aushärten waren die Platten wieder sehr stabil.

Die Slots in den geraden Segmenten habe ich dann nach der Montage entlang einer Aluminiumschiene gefräst. Die Schlitze für die Banden sind nach dem Schleifen der Plattenkannten mit einem einfachem Anschlag an der Fräse hergestellt worden.

 

Hier sieht man übrigens auch sehr schön warum man beim Fräsen nicht niesen sollte !

 

Die Litzenauflage wurde mit einem Standard VHM Fräser, in den ich mir bei einem Werkzeugbauer ein Loch für einen 3,8mm Führungsstift erodieren lassen hab, hergestellt. Dieses ging vergleichsweise zu anderen Fräsarbeiten erstaunlich schnell.

Zwischenzeitlich sind die Netzgeräte geliefert worden. Also konnte ich gleich nach den Abmessungen dieser den Fahrerstand fertig bauen an dessen Rückseite später mal PC und die restliche Elektronik samt Kabeln Platz finden soll. Damit waren dann auch die gröbsten Holzarbeiten fertig gestellt. 

 

An einen Platz für den Rennleiter hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gedacht, dieser sollte dann aber 2 Jahre später noch folgen.

Da ich keine fliegenden Kabel haben wollte habe ich die Anschlüsse auf der Vorderseite der Netzteile ausgebaut und dort die Buchsen für den Handregler eingesetzt, diese habe ich dann einfach mit Kabeln auf die Rückseite durchgeschlauft und dort auch wieder Buchsen eingesetzt.
Die Buchsen für die Spannungsversorgung habe ich auch auf die Rückseite verlegt und gleich noch einen Kondensator eingelötet, sowie einen Keramikwiderstand als Dauerlast um den ACD Regler vor Rückspannung zu schützen.
Die letzten 2 Buchsen an der Rückseite sind für den Chaostaster den ich an der Vorderseite der Netzteile verbaut habe.

Nach dem Spachteln ist die komplette Bahn per Hand geschliffen worden, zuerst mit 180er Körnung und nach dem Absaugen mit 240er Körnung. 
Im Anschluss daran ist die Bahn erneut abgesaugt und entstaubt worden.

Als erste und zweite Schicht habe ich dann einen auf Wasserbasis hergestellten Isolierfüller von Hesse Lignal mit der Rolle aufgetragen. 


Nach dem jedem Anstrich ist jeweils ein Zwischenschliff mit 240er und 320er Schleifpapier erfolgt, das Schleifen war die schlimmste Arbeit, bei der ich zum Glück Unterstützung hatte.


Auf diese Art sind dann ca. 20 kg Grundierung auf den MDF Platten gelandet.

Nach dem Schleifen war die Oberfläche schon wirklich schön glatt geworden, ich kann nur jedem raten auf hochwertige Farben für den gewerblichen Bereich zurückzugreifen, diese sind ihren Preis auf jeden Fall wert.

Nun aber zur farbgebenden Schicht. Ich habe mich auch dort wieder bei den professionellen Farben von Hesse Lignal bedient. 

Um die Die Geruchsbelastung möglichst gering zu halten ist ein 2 Komponenten Acrylat Lack auf Wasserbasis in anthrazit zum Einsatz gekommen. Nach dem Mischen der Farbe mit dem Härter ist diese noch mit Wasser verdünnt worden um einen möglichst guten Verlauf zu erreichen. Der Farbauftrag erfolgte wie schon bei der Grundierung mit einer Schaumstoffrolle.

Nach dem ersten Anstrich erfolgte einen Zwischenschliff mit 240er und 320er Körnung und nach dem Entstauben der Fläche kam dann der Endanstrich auf die Bahn.

Auf diese Art und Weise sind dann auch noch fast 20kg Decklack auf der Bahn gelandet.

Die Banden sind aus Simona, ein extrudierter Kunststoff der normalerweise in der Werbeindustrie Anwendung findet, ist aber sehr günstig und extrem stabil.


Die Banden habe ich einfach nur in die Gefräste Nut an der Außenseite der Strecke eingesteckt, lediglich an den Rampen musste ich die Banden mit Heißluft verformen.

Dann ging es an das Markieren der Slots mit Buntlack.

Die ersten Versuche die Slots mit einem Pinsel zu streichen erwiesen sich dann aber doch recht schwierig und es landete mehr Farbe neben dem Slot als im Slot.
Also musste ein Lösung her die Farbe in die Slots zu bekommen ohne die komplette Litzenauflage mit zu verschmieren.

​Dabei haben Einwegspritzen sehr gute Dienste geleistet, die Farbe musste dann nur noch mit einem Pinsel im Slot verteilt werden und die Reste an der Oberfläche wurden abgewischt.

Nun wurde es endlich mal Zeit die Lebensadern in die Bahn einzupflanzen.

Die Wahl fiel dabei auf verzinnte Kupferlitze mit 5,2 x 0,8 mm, welche auf 2 Rollen mit je 270m angeliefert wurde.

Nach mehreren Tests mit Silikon, Sekundenkleber, Heisskleber, Kontaktkleber und sogar doppelseitigem Klebeband habe ich mich ann mal für was ganz neues entschieden. Die Wahl fiel auf einen Hybrid-Polymerkleber aus 310mm Kartuschen, dieser Kleber hat eine enorme Klebkraft und haftet wirklich an allem.


Das Auftragen aus den 310ml Kartuschen mittels der Kartuschenpresse für Silikon gestaltete sich dann aber etwas kompliziert. Nach kurzem Überlegen sah ich dann die Einwegspritzen, die für den Farbauftrag in den Slots ja schon gute Dienste geleistet hatten. Kurz noch einen Führungsstift an die Spritze geklebt, diese befüllt und das Kleber Aufträgen ging super einfach und schnell. Überschüssigen Kleber könnte man solange er noch weich war, sehr gut mit Bremsenreiniger abwischen.

Also in den nächsten Tagen schnell noch die restliche Litze eingeklebt und provisorisch angeschlossen. 
Ingesamt wurden so 480 m Kupferlitze mit fast 1,2 kg Kleber in die Litzenbetten eingeklebt.

Fahren war angesagt und zu meiner Freude hatte die Bahn schon nach den ersten paar Runden erstaunlich guten Grip.

 

Die Bereiche zwischen den Fahrbahnen die zu schmal oder nicht begehbar sind habe ich verschlossen.

 

Dafür habe ich mir aus dem Baumarkt ganz billiges Laminat besorgt und dieses von unten unter die Fahrbahnen geschraubt.
 

I

ch habe wirklich lange nach Stoffen mit Zielflaggen Muster oder ähnlichem gesucht, nur bei der Bahnlänge kostet leider alles in grösseren Mengen ein Vermögen.


Irgendwann bin ich auf einen Stoffhändler gestossen der B-Ware für 90 Cent den laufenden Meter angeboten hat, also schnell mal 80m bestellt.

Nun wurde es wirklich spannend, ich habe mir die Nähmaschine meine Mutter geliehen und mich mit diesem für mich bis dahin unbekanntem Monster vertraut gemacht, was soll ich sagen ist überhaupt nicht so schlimm.

So bewaffnet mit Nadel, Faden und Bügeleisen habe ich mich über den Stoff hergemacht und ihn dann auch sofort von unten an die MDF Platten getackert.

Der Stoff brachte sofort eine gewaltige Veränderung in der Optik und was noch besser war, die Akustik im Raum war sofort viel besser und der nervende Hall war verschwunden.

Irgendwie kam mir dann in den Kopf einfach die Bahn mit Laternen zu Beleuchten. Ein paar Strassenlaternen musste her, aber im Internet bin ich auf keine für mich perfekt Lösung gestossen und los ging die Suche nach eine perfekten Form für den Lampenkopf.
Irgendwann bin ich dann auf die Kapseln aus Sahnespendern gekommen und habe die Form für perfekt befunden.

N2O Kapseln für Sahnespender besorgt, Stahlrohr für den Mast bestellt und es konnte losgehen. Ich kann nur jedem empfehlen die Kapseln in Freien aufzustechen und nicht in einer 5m2 Bastelwerkstatt bei geschlossener Tür.
Mittlerweile weiss ich auch das N2O Lachgas ist und sehr schnell dafür sorgt das einem leicht blümerant in der Rübe wird.

Die geöffneten Kapseln habe ich dann seitlich abgefräst, per WIG Schweissen mit dem Stahlrohr verbunden und Rohr mit dem Rohrbieger gebogen.

auf das untere Rohrende habe ich dann ein 4cm langes M8 Gewinde geschnitten und eine Mutter aufgedreht.

Die Masten sind danach alle in Aluminiumsilber lackiert worden.

Da ich keine fliegenden Kabel haben wollte konnten die Netzteile auchnicht so bleiben wie sie geliefert wurden. Deshalb habe ich die Anschlüsse auf der Vorderseite ausgebaut und dort die Buchsen für den Handregler eingesetzt, diese habe ich dann einfach mit Kabeln auf die Rückseite durchgeschlauft und dort auch wieder Buchsen eingesetzt.

Die Buchsen für die Spannungsversorgung habe ich auch auf die Rückseite verlegt und gleich noch einen Kondensator eingelötet, sowie einen Keramikwiderstand als Dauerlast um den ACD Regler vor Rückspannung zu schützen.
Die letzten 2 Buchsen an der Rückseite sind für den Chaostaster den ich an der Vorderseite der Netzteile verbaut habe.

Was fehlte war jetzt nur noch die Software und Hardware zur Steuerung der Bahn.

 

Nach einiger Recherche im Netz ist die Wahl auf die Software Cockpit XP gefallen und die Hardware passend dazu habe ich bei Rainer Hölzel erstanden.

 

Hinter dem Pult wurde die USB Sensorbox und die Cockpit PowerBox von Rainer Hölzel montiert und alles miteinander verdrahtet, so das keine Kabel sichtbar sind.

 

Ein ausgedienter PC ist auch hinter dem Pult verschwundenmn nur der Schalter wurde nach Vorne verlegt.

 

 

 

Über der Fahrbahn ist eine Brücke mit 4 Infrarot LEDs angebracht und darunter in den Slots sind Fotozellen eingelassen.

 

An der Brücke habe ich dann auch noch die Startampel von Rainer Hölzel montiert.

 

Ca. 1,5m hinter dem Fahrerstand habe ich eine Stahlstütze montiert in der die Kabel für die Stromversorgung laufen.

 

An der Stütze habe ich Halterungen angeschweisst und daran einen 32" LCD Fernseher motiert, welcher später gegen einen 50" Plasma Fernseher getauscht wurde.

Später habe ich dann noch festgegestellt das die banden ein wenig monoton wirkten und habe deshalb ein paar Werbebanner entworfen.

 

Diese wurden auf Bubblefree Folie mittels Digitaldruck aufgebracht und bekamen dann noch eine Folie auflaminiert, wodurch sie extrem robust sind.

 

Durch die Banden wurde das Gesamtbild der Bahn noch einmal komplett verändert.

Die Tastatur und Maus mit am Fahrerstand unterzubringen hat sich später als nicht so praktisch erwiesen.

 

Der Rennleiter hat jetzt einen eigenen Platz mit eigenem Monitor bekommen.

 

In dem Zuge ist auch gleich der alte PC einem neueren leistungsfähigeren Gerät gewichen.

 

 

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